Art KARLSRUHE

Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH
2017 bis 2019
Lektorat der Kataloge
»art KARLSRUHE« 

Zentrum für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten (ZKIS) Baden-Württemberg
2015 und 2016
Texte und Lektorat für Schulkunst-Editionen Zeichnen

Korrektorat und Lektorat

Korrektorat und Lektorat gehören zum pingeligen Teil der Texter-Arbeit: Beim Korrektorat werden Texte, Broschüren, Kataloge oder ganze Bücher auf korrekte und einheitliche Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft. Hinzu kommt je nach Auftrag die Berücksichtigung von Corporate Wording-Vorgaben. Das Lektorat prüft darüber hinaus die sprachliche Verständlichkeit, inhaltliche Struktur und Plausibilität sowie durchgängigen und leser*innen-gerechten Stil. Zusätzlich kann der Einsatz von themengerechten Fremdwörtern und Fachbegriffen oder die Durchgängigkeit von leichter beziehungsweise einfacher Sprache geprüft werden. Sinnvoll ist häufig zunächst ein Lektorat-Durchgang mit anschließender Abstimmung mit den Autor*innen und dann ein finales Korrektorat, bei dem auch die Vermeidung von doppelten Leerzeichen, falschen Strichen und Anführungszeichen überprüft werden sollte.

Neben anderen Aufträgen, habe ich 2014 und 2015 die Schulkunst-Editionen des baden-württembergischen Zentrums für Bildende Kunst und Intermediales Gestalten (ZKIS) lektoriert sowie ab 2017 drei Jahre lang die Ausstellungskataloge für die Kunstmesse Art KARLSRUHE.

Pressearbeit

In Seminaren zum Thema Presse­arbeit kann man schnell große Verwunderung auslösen: »Ach so! Die dürfen meine ›eingereichten‹ Texte einfach ändern oder wegwerfen!« und »Ach echt, die Anzeigen­abteilung ist getrennt von der Redaktion?«. Deshalb erzähle ich immer wieder gerne und zu allen Gelegen­heiten: Eine seriöse Zeitungs­redaktion ist nur den Interessen ihrer Leser*innen verpflichtet. Für sie nehmen sie die Funktion des ›Gatekeepers‹ war, also des Tor­wächters, der darüber wacht, dass nur relevante Informationen gedruckt werden. Und ja: Um seriösen Journalismus zu gewähr­leisten, sollte es eine Mauer zwischen Redaktion und Anzeigen­abteilung geben. Ohne Tür. Seriöse Zeitungs­redaktion befolgen darüber hinaus einen Kodex, der es ausschließt, dass ›zufällig‹ die Anzeigen­abteilung bei Ihnen anruft, gerade nachdem sie an die Redaktion eine Presse­mitteilung geschickt haben.

Auch wenn heute viel über Social Media läuft: Seriöse Presse­arbeit ist für viele Unternehmen immer noch ein wichtiger Baustein der Unternehmens­kommunikation. 

Die Medien gut informieren

Was Journalisten von Presse­­mitteilungen erwarten

Jede Menge Aussendungen an die Presse landen sofort im Papierkorb. Viele habe es verdient. So verfassen und versenden Sie eine Pressemitteilung, die auch gelesen wird:

1: Nachrichtenwert

Für Journalisten hat Nachrichtenwert, was aktuell, für ihre Leser interessant und nachprüfbar ist. Sie suchen neue oder ungewöhnliche Informationen. Ihr Ziel ist nicht, die Wünsche der Absender einer Presseinformation zu berücksichtigen, sondern die ihrer Leser.

2: Relevanz

Was interessiert Leser, was ist relevant? Der Journalist fungiert als Gatekeeper – als Torwächter, der alle Ereignisse und Nachrichten daraufhin überprüft, ob sie für seine Leser wichtig sind. Auf seiner Prüfliste stehen unter anderem: Aktualität, Nähe des Ereignisses zum Leser, Folgenschwere, öffentliche Bedeutung, Dramatik, Konflikt, Kuriosität, Fortschritt und „human interest“.

3: Dreieck-Regel

Nachrichten folgen dem Aufbau des so genannten Nachrichtendreiecks. Sie sind nicht chronologisch geordnet, sondern folgen dem Prinzip der abgestuften Wertigkeit. Also:
Das Wichtigste zuerst, Details und Hintergründe folgen, jeder folgende Aspekt ist weniger wichtig als sein Vorgänger.

4: Sieben-W-Regel

Wer – Was – Wann – Wo – Wie. Diese fünf Fragen, die so genannten „Fünf W“, sollte der erste Satz beziehungsweise die ersten Sätze beantworten. W Nummer Sechs fragt „Woher“, also nach der Quelle der Nachricht, und das letzte W „Warum“, also nach den Hintergründen. 

5: Keine Werbung

Vermeiden Sie Texte mit Werbecharakter, also alle Formulierungen aus der Imagebroschüre, werbliches Blabla und Selbstlob. Bieten Sie sachliche Informationen einfach, klar und verständlich. 

6: Fakten, Fakten, Fakten

Abstrakte Erläuterungen und langatmige Hintergründe bringen nichts. Arbeiten Sie mit anschaulichen Beispielen, bieten Sie Fakten, Vergleiche und Zitate. Fremdwörter und Fachbegriffe vermeiden; wenn das nicht geht, unbedingt kurz erläutern. 

7: 17-Wörter

Keiner Ihrer Sätze sollte länger als 14 bis 17 Wörter sein. Gerne auch mal einer deutlich kürzer. Schreiben Sie überwiegend in Hauptsätzen, vermeiden Sie Schachtelsätze und Passiv-Konstruktionen.

8: Konventionen

Machen Sie sich mit journalistischen Konventionen vertraut: „Herr Müller“ ist immer Klaus Müller, „Frau Schmidt“ Helga Schmidt. Die Ziffern 1 bis 12 werden immer ausgeschrieben, ebenso Euro, Prozent, Million und Kilogramm. Etc., o.ä., ca., u.v.a.m. oder bzw. existieren nicht. 

9: Ansprechpartner

Vergessen Sie ganz oben oder ganz unten nicht den Absender der Presseinformation. Nennen Sie Ansprechpartner, Telefonnummer, vollständige Adresse und Mail-Adresse. Stellen Sie sicher, dass der genannte Ansprechpartner auch für die Journalisten erreichbar ist.

10: Mail-Etikette

Verschicken Sie nicht unaufgefordert riesige Fotodaten und keine Dateianhänge aus unüblichen Programmen. Beschriften Sie Text- und Fotodaten mit eindeutigen, sprechenden Namen und nicht mit undefinierbaren Nummern. Schreiben Sie eine inhaltliche Information in die Betreffzeile und nicht »Pressemitteilung«.

Seminare zum Thema Pressearbeit:

»… mit der Bitte um ein Belegexemplar!« 

Ein Workshop über die Dos und Don‘ts der Pressearbeit. Wie und wann sollte man Kontakt zur Redaktion aufnehmen? Welche Information hat die Chance auf einen Abdruck? Wollen Journalisten und Journalistinnen eingeladen und beschenkt werden? Wie ist ein Presseinformation aufgebaut und formuliert?

»Wenn Sie ein Adjektiv sehen, töten Sie es.« 

Das hat der große amerikanische Schriftsteller Mark Twain gesagt. Aber haben wir nicht im Deutschunterricht gelernt, dass es die Adjektive sind, die einen Text bildhaft und ›lebendig‹ machen? Wir räumen mit dieser und einigen anderen Schreib-Regeln auf und lernen bessere kennen. 

Michelin Restaurants

Kulinarische Reportagen

Für den Newsletter und die Webseite ihrer Touristik-Produktklinie war die Michelin TravelPartner Deutschland GmbH, die zur französischen Michelin-Gruppe gehört, regelmäßig auf der Suche nach Inspirationen, Tipps und Gastro-Vorschlägen. Das ermöglichte mir Besuche in edlen Confiserien, Sterne-Restaurants und Weinstuben, aber auch auf Spargelfeldern und an einem Forellenteich. Die Gastronomen, Landwirte und Fischzüchter haben gerne über ihre Arbeit und ihre Qualitätskriterien erzählt und manchmal durften wir auch Zubereitungstipps und komplette Rezepte veröffentlichen. Die  ziemlich aufwändige Eisbombe Schokolade-Grapefruit von Oliver Endle mussten wir dann natürlich noch im gleichen Jahr für das weihnachtliche Familienessen ausprobieren.

Michelin TravelPartner Deutschland GmbH

2012 bis 2015

Reportagen, Rezepte und Fotos für Newsletter und Webseite restaurants.michelin.de

mit Recherche-Besuchen auf Feldern und Höfen, in Confiserien und Restaurants

 »Die Überzugmaschine, die gerade kandierte Orangenscheiben mit dunkler Schokolade überzieht, rattert geschäftig, eine Auszubildende faltet dreieckiges Backpapier zu Spitztüten und am Ende des Kühltunnels räumt jemand fertige Orangenscheiben in große Kunststoffkörbe. Es duftet im ganzen Raum nach Schokolade. Auf großen Blechen warten tausende von handgemachten Pralinen darauf, ebenfalls in Schokolade getaucht und von Produktionsleiter Christian Hörner dekoriert zu werden. Neben Mandelnougat, Buttervanille-Schnitten und den neu entwickelten, dunkellila Cassis-Pralinen liegen die Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen.«
Aus dem Text über die Backstube und Patisserie der Confiserie Endle in Karlsruhe, wo Oliver Endle in der dritten Generation mit seinem Team feinste Torten, Eisbomben, Blätterteiggebäck, Stollen und Weihnachtsplätzchen fertigte.

»Neben dem Spargel kauft Tommy R. Möbius vom Sterne-Restaurant ›Die Ente‹ in Ketsch Rainer Astor und seiner Lebensgefährtin Angelika Schönung auch ab, was die ihre ›Experimente‹ nennen: Winterpostelein, Senf-, Feldsalat- und Erbsenblüten, außerdem Winterheckzwiebeln und die Asia-Salate Mizuna und ›Grün im Schnee‹ – zarte grüne Blätter, die nach Kohl und zugleich höllisch scharf schmecken. Der kreative Küchenchef experimentiert gerne mit den exotischen Kräutern, bunten Blüten und dem geschmackvollen Gemüsesorten, die Astor und Schönung unter dem Label ›Bunter Genussgarten‹ produzieren. Ebenso erging es ihnen – zu ihrer großen Überraschung – auch mit der Petersilie und dem Ruccola-Salat, die Astor und Schönung als Mischkultur zwischen die Tomaten gepflanzt hatten. Als der Küchenchef der ›Ente‹ sagte ›So muss Ruccola schmecken, bringen Sie alles, was Sie haben‹, war den beiden klar, dass sie auf dem richtigen Weg sind.« 
Aus dem Text über Rainer Astor und Angelika Schönung, die in Reilingen Spargel, Erdbeeren, Tomaten und Kräuter produzierten, wie sie die Spitzengastronomie liebt.

»Sobald sie über Nacht in Rum liegen, wird den meisten Rosinen klar, dass sie es geschafft haben: Sie sind für einen Top-Job engagiert und werden die nächste Zeit in einem Weihnachtsstriezel verbringen. Offen bis zum Schluss bleibt die Frage der Kommunikation: Wird es ein so genannter Flüsterstriezel? Einer, in dem die getrockneten Weinbeeren so nah beieinander liegen, dass sie sich auch flüsternd verstehen? Sie sind der Traum aller Rosinen und natürlich der Striezelliebhaber. 
Bei Benjamin Biedlingmaier, Küchenchef im Dresdner Sternerestaurant Bülow Palais & Residenz, gibt es selbstverständlich nur Flüsterstriezel. Er backt mit seinem Team in der Vorweihnachtszeit Striezel für die Bar von Bülow’s Bistro und kleine Exemplare, die im Dezember zur Begrüßung in den Hotelzimmern liegen.«
Aus dem Text über die berühmten Dresdner Weihnachtsstriezel, die Küchenchef Benjamin Biedlingmaier für die Bistro- und Hotelgäste gebacken hat.

htw Saar

…am Text dieser Seite wird noch geschrieben.

Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlands
University of Applied Sciences

2013

Entwicklung eines neuen Corporate Designs

gemeinsam mit Magma Brand Design

Eine Zeitung für das Allgäu

Print- und Onlinetexte für Eberl Medien und Eberl & Koesel

Die 1859 in Immenstadt im Allgäu als Zeitungsdruckerei gegründete Eberl Medien GmbH war Herausgeber der Tageszeitung »Allgäuer Anzeigeblatt«, ihre Tochtergesellschaft Eberl Print GmbH vielfach ausgezeichneter Anbieter von hochwertigen Druckprodukten wie Broschüren, Katalogen, Geschäftsberichten und Mailings für Kunden aus Industrie, Dienstleistung und Werbeagenturen. 2020 hat die Unternehmensgruppe die Druckerei Kösel GmbH & Co. KG aus Altusried-Krugzell übernommen und die beiden Druckstandorte zusammengeführt. 

2009 und 2019 habe ich für die Jubiläumsausgaben der Zeitung zum 150. und 160. Firmenjubiläum historische Texte recherchiert und geschrieben, außerdem ein Interview mit dem Geschäftsführer geführt und eine historisch geprägte Rede für die Jubiläumsfeier entwickelt und formuliert.

Bei der Übernahme der Druckerei Kösel habe ich die Presseinformation dazu betreut und später für die neue Webseite Innovations-Stories geschrieben. Die beiden Druckereien sahen sich als hochmoderne Traditionshäuser mit einer sehr langen Geschichte und sehr ähnlichen Vorstellung von hochwertigen Druckprodukten. Gemeinsam entwickelten sie neue, effiziente Angebote für Verlage, Agenturen und Produktionsbetriebe zu den Themen digitale Buch-Produktion, Batch-Produktion, Verpackung und Werbemittel und präsentierten sie auf ihrer Webseite.

Graphische Betriebe Eberl GmbH
später Eberl Medien GmbH & Co. KG und Eberl & Koesel

2009 bis 2021

Planung, thematische Themensammlung und Textung von Jubiläumsausgaben zum 150. und 160. Jubiläum des Allgäuer Anzeigers. Editorial, Interview und Redeentwurf für den Geschäftsführer

Presseinformationen zum Zusammenschluss mit der Druckerei Koesel und Webtexte über neue Angebote des Druckerei-Unternehmens

2009: Blick auf Geschichte und Selbstverständnis

Für die Jubiläumsveranstaltungen mit Kunden, Partnern und Mitarbeiter*innen habe ich einen historischen Rückblick erarbeitet, der dann in moderner und ansprechender Form präsentiert wurde. Aus dem Blick auf die Geschichte sollte sich das aktuelle Selbstverständnis offenbaren und beides mündete schließlich in der Präsentation des neuen Unternehmensauftritts. 

Für die Jubiläumsbeilage des Allgäuer Anzeigers habe ich aus dem gleichen Material sechs historische Berichte geschrieben sowie Infokästen zu historischen und aktuellen Druckmethoden wie Steindruck, Buchdruck, Bleisatz, Offsetdruck, Druckplatten, Fotosatz und Digitaldruck.

2019: Fokus auf Qualität und Kundenbindung

Zum 160. Jubiläum der Regionalzeitung lag der Fokus neben der Historie stark auf Zukunftsplanung und den Interessen von jungen Menschen, wie der Geschäftsführer in einem Interview betonte. Dieses Interview habe ich mit Ulrich Eberl geführt, außerdem ein Editorial formuliert und eine Doppelseite mit bebilderter Zeitleiste zu den historischen Eckpunkten von 1859 bis 2019  entwickelt.

Eine Zeitung für das Allgäu

Ein Auszug aus der historischen Rede: Der Start des Unternehmens vor 150 Jahren war so mutig wie holperig: Der Maler, Graveur und Vergolder Xaver Glötzle gründet eine Zeitung für das Oberallgäu, stellt sie nach wenigen Wochen ein, weil sich nicht genug Abonnenten finden und gründet sie kurz darauf erneut. Beim zweiten Mal schließlich mit Erfolg. 

Das Oberallgäu ist in der Mitte des 19. Jahrhundert eine verträumte, abgelegene Weltgegend. Die Bauern betreiben Milchwirtschaft auf ihren Einödhöfen. Die Industrialisierung, die gerade in ganz Europa in Fahrt kommt, ist weit weg und die Revolution von 1849 nur als fernes Donnern zu vernehmen. Dennoch: die Eisenbahnlinie zwischen Kempten und Lindau, die 1853 in Betrieb geht, rückt die Welt ein bisschen näher. Und in Immenstadt, das um diese Zeit knapp 1500 Einwohner hat, haben einige Familien auswärtige Zeitungen abonniert, etwa die liberale Augsburger Abendzeitung oder die konservative Allgäuer Zeitung. Großen Zuspruch finden auch eher unpolitische Wochenblätter wie die Gartenlaube mit ihren Fortsetzungsromanen, Novellen und Reportagen. 

Was Xaver Glötzle wirklich bewegt, eine Zeitung zu drucken, ist nicht überliefert. Ist er, wie viele andere auch, beflügelt vom Gründungsfieber der Zeit? Will er vor allem Geld verdienen? Womöglich ist er einfach ein neugieriger Geist, wie es in dieser Zeit viele gibt. Glötzle, auch Messner der Friedhofskapelle, druckt im Messnerhaus bereits Briefbogen und Postkarten nach eigenen Entwürfen auf einer einfachen Steindruckpresse. Zusammen mit Franz Offner, einem Rechtspraktikant am Landgericht, konzipiert er in wochenlanger Arbeit ein Wochenblatt und vervielfältigt es per Steindruck. Die erste Ausgabe des „Wochenblatts für die Landgerichtsbezirke Immenstadt und Sonthofen“ erscheint am 2. April 1859. Vier kleine Seiten. Ein Loblied auf das Allgäu und seine Menschen auf dem Titel; Inserate, geschäftliche Anzeigen, die Mehl- und Brottarife, der Eisenbahnfahrplan Gewinnnummern der Lottterie; keine Politik, keine Nachrichten. 

Aber welche Mühe steckt darin: Für jeden einzelnen Abzug muss der Druckstein mit einem Schwamm angefeuchtet werden, dann die fettige Schrift eingefärbt und ein Bogen Papier angepresst werden. Und große Mühe bereitet die Zeitung auch den Lesern: Sie haben offenbar Schwierigkeiten, die vervielfältigte Handschrift zu lesen und abonnieren nicht genügend Exemplare, obwohl sich die beiden Zeitungsmacher auch intensiv um ihren Vertrieb kümmern. Glötzle stellt seine Zeitung ein. Allerdings nur, um nach Augsburg zu gehen und den Buchdruck zu lernen. Er kommt zurück, findet einen Geldgeber, kauft eine Stanhope-Handpresse für den Buchdruck und gründet seine Zeitung neu. Und jetzt hat er Erfolg. Die Zeitung mit den gedruckten Buchstaben kommt an. Die Auflage wächst kontinuierlich und die Leser sind ihrer Heimatzeitung treu.

bureau remise im Alten Schlachthof

Die Unternehmen, Büros und Kulturstätten im Alten Schlachthof laden einmal im Jahr zu einem Tag der offenen Türen ein. Von Kaffee und Kuchen, Musik, Theater und Filmvorführungen bis hin zu guten Gesprächen, neuen Kontakten und wilden Ideen ist an diesem Tag alles möglich. Als Bürogemeinschaft von Grafikdesignern, Texterin, Architekt und 3D-Artist haben wir uns immer gerne beteiligt und Werbematerial gestaltet, Betonschweine gegossen, schweinische Klebe-Tattoos gestaltet und Fußgängerüberwege gemalt.

Jeder von uns hat eigene Kunden, aber manchmal holen wir uns gegenseitig ins Boot, entwickeln Ideen im Team und trinken zusammen Kaffee. Während dieser Kaffeepausen haben wir manchmal auch verrückte Ideen … einmal haben wir uns zum Beispiel gefragt, was passieren würde, wenn die Schweine wieder mehr künstlerische und gesellschaftliche Verantwortung im Schlachthof übernähmen.

Mitarbeiter­magazin

Sanacorp Pharmahandel GmbH

Seit 1996, seit 2002 als selbständige Journalistin

Mitarbeiter­magazin Insider

Themenplanung, Recherche, Texte, Fotos, Abstimmung

Die Sanacorp e.G Pharmazeutische Großhandlung ist eine über hundert Jahre alte Apotheker­genossen­schaft, ursprünglich gegründet, um den Apotheken in Deutschland gemeinsamen Einkauf bei Herstellern und den Austausch von Wissen und Rezepturen zu ermöglichen. Als der Pharmazeutische Großhändler 1996 nach diversen Zusammenschlüssen regionaler Genossen­schaften und der Gründung einer Aktiengesellschaft an die Börse ging, sollte die Kommunikation auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den zahl­reichen Standorten in ganz Deutschland durch ein regelmäßig erscheinendes Magazin verbessert werden. 

In der Karlsruher Kommunikations­agentur, in der ich damals noch tätig war, haben wir das Konzept für das Magazin entwickelt, die Ausgaben gemeinsam mit einem Team des Unternehmens redaktionell betreut, die Texte geschrieben und Fotos gemacht. 2002, nachdem ich mich selbst­ständig gemacht hatte, habe ich die Redaktion inklusive Themen­planung, Texten, Fotos, Besuchen vor Ort und Abstimmung mit der Geschäfts­führung komplett übernommen. 

Die heutige Sanacorp Pharmahandel GmbH ist ein technisch hoch entwickeltes Logistik-Unternehmen der kritischen Infra­struktur mit bundes­weit 19 Standorten. Als Patient*in kommt man mit den Leistungen der Groß­händler aber nur indirekt in Kontakt, wenn ein Arznei­mittel in der Apotheke gerade leider nicht verfügbar ist, aber schon in zwei Stunden abgeholt werden kann. Denn dann hat der Groß­händler geliefert und zeigt hier jeden Tag wieder seine enorme Leistungsfähigkeit.

Die Abbildungen zeigen, wie sich das Magazin immer wieder sowohl inhaltlich an neue Themen der Arbeits­welt wie auch gestalterisch an das wechselnde Corporate Design des Unternehmens angepasst hat. 

Die Themen des Hefts sollen in unterschiedlichen Formaten wie Interviews, Berichten, Fotoseiten oder Portraits die Mitarbeiter*innen über innovative Techniken und Abläufe informieren, die Unternehmensstrategie leicht verständlich vermitteln sowie ein Gemeinschaftsgefühl über Standorte und Abteilungen hinweg fördern. Dazu gehören auch die regelmäßige Begrüßung aller neuen Auszubildenden, die Veröffentlichung der Jubiläen und ein Gewinnspiel in jeder Ausgabe.

Magazin­e, Postkarten und Broschüren

Wenn’s passt, passt’s halt – oder steckt womöglich doch harte Arbeit dahinter, wenn Magazine, Marketing- und Infomaterial gute Wirkung bei der Zielgruppe entwickelt? 

Man kann mal Glück haben, aber in den meisten Fällen hat ein Team aus Konzeptionern, Grafikern und Textern vorab nachgedacht, ein gutes Briefing entwickelt und sich dabei über die Ziele, Zielgruppen, Themen, Bildsprache und vieles andere Gedanken gemacht. Denn nur so trifft ein Magazin, eine Broschüre oder eine Werbepostkarte – ebenso wie gut geplante Social Media-Kampagnen – den Nerv der Adressaten. Und dann hat sich der ganze Aufwand gelohnt … 

Konzeptentwicklung des Mitgliedermagazins »Grüner Aufstieg« der Naturfreunde Baden-Württemberg, redaktionelle Begleitung der ehrenamtlichen Redaktion, Fortbildungs- und Entwicklungsworkshops

stja, Servicestelle Übergang Schule–Beruf, Beratung und Ideenentwicklung für Postkarten und Flyer zum Thema Inklusion, diverse weitere Broschüren für verschiedene Angebote

Kundenmagazin für die Sparkasse Ettlingen und weitere Magazine und Broschüren für EnBW, Thorens, Praktiker, Tourismus-Regionen und andere Kunden

Geschichte der Werbung

Werbung ist nicht wirklich neu: Bei Ausgrabungen in Pompeji, der italienischen Stadt, die im Jahr 79 vom Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet wurde, hat man an den Wänden bereits Wahlwerbung und Werbung für Restaurants gefunden. Und auch im Mittelalter gab es Marktschreier, die von Dorf zu Dorf gezogen sind, ihre Waren auf dem Markt aufgebaut und lauthals angepriesen haben. 

Werbeaktionen und Kampagnen, wie wir sie heute kennen, sind aber erst entstanden, als man Waren nicht mehr ausschließlich für den Eigenbedarf produziert hat. Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts – im Zuge der Industrialisierung – die Serienproduktion begann, entwickelten sich zunächst in den USA Werbung und Marketing. Viele Produkte erhielten nun einen Markenauftritt, der ein Qualitätsversprechen gab und helfen sollte, sie von anderen, ähnlichen Produkte zu unterscheiden. In wiedererkennbarem Look, mit Markennamen, Schriftzug und Farbe wurden sie auf Litfaßsäulen, in Zeitungen, Zeitschriften und Schaufenstern angepriesen. Diese Zeit, als es erstmals mehr Produkte gab als Nachfrage, bezeichnet man als den Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt. 

In den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts erreichten Werbung und Marketing dann auch in größerem Umfang Europa und Deutschland. Bald kamen Radio- und TV-Werbung hinzu, Messen und Events und ab der Jahrtausendwende schließlich auch die Werbung per Newsletter, im Internet und auf Social Media.

»gemeinsam besser« Festschrift zum 40jährigen Bestehen des Marketing-Club Karlsruhe

Zu seinem 40. Geburtstag im Jahr 2004 hat der Marketing Club Karlsruhe ein Jubiläumsbuch für Mitglieder und Freunde herausgeben. Ziel war es, zugleich die Geschichte des Marketing Clubs darzustellen, aber auch historischen und aktuellen Trends im Marketing Raum zu geben. Im Mittelteil stellen vier Geschichten wesentliche Marketing-Themen aus den 60er, 70er, 80er und 2000er Jahren dar.

Marketing-Club Karlsruhe e.V.

»gemeinsam besser«
40 Jahre Marketing-Club Karlsruhe
herausgegeben zum Festakt am 19. Oktober 2004

Vier Texte zur Geschichte von Werbung und Marketing

Geschichte der Werbung für angehende Grafikdesigner

Produziert künftig die KI sämtliche Werbung, von TV- und Radio-Spots bis Tik Tok? Kann schon sein. Aber ohne Menschen, die gut prompten, kommt da garantiert keine witzige, fesselnde, emotionale und aufmerksamkeitsstarke Werbung raus, die sich womöglich ironisch auf frühere Kampagnen bezieht oder sich stattdessen deutlich absetzt. Werbung ist und bleibt Kommunikation, die dazu dient, potenzielle Käuferinnen und Käufer von einem bestimmten Produkt oder eine Dienstleistung zu überzeugen. Wenn ich nicht weiß, was früher modern, witzig oder empörend war, dann kann es sein, dass ich eine Kampagne entwickle, die es ähnlich schon mal gegeben hat. Und die KI ist dafür natürlich der beste Partner. Wenn man die Geschichte der Werbung und die teilweise ikonischen Kampagnen kennt, kann man hingegen Ähnlichkeiten vermeiden oder sie ganz bewusst als witzig-ironische Zitate von früher einsetzen.

Die folgenden Präsentationen/Filme sind deshalb, insbesondere während der Corona-Zeit, als vor-Ort-Unterricht schwierig war, für die Grafik Design-Studierenden an verschiedenen Hochschulen entstanden. Schauen Sie mal rein! 

Neuer Auftritt für den Stadt­jugend­ausschuss e.V. Karlsruhe

Der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe ist der Dachverband der Karlsruher Jugendverbände, getragen von über 40 Mitgliedsvereinen mit mehr als 46.000 Mitgliedern unter 27 Jahren. Das Karlsruher Modell, das in seiner Organisationsform in Deutschland einmalig ist, verbindet offene Kinder- und Jugendarbeit unter einem Dach mit der Arbeit und den Angeboten der Mitgliedsverbände.

Grundsätzliches Ziel des Auftrags 2012 war es, die Marke »Stadtjugendausschuss e.V.«, die optisch auf der Karlsruher Pyramide basierte, zu modernisieren sowie den Auftritt und die Wiedererkennbarkeit des Verbands bei Partnern und in der Öffentlichkeit zu stärken. Aus diesem Grund sollten auch die zahlreichen bisher nicht als zugehörig erkennbaren Häuser, Projekte und Veranstaltungen künftig zum positiven Image des Dachverbands beitragen. Darüber hinaus bestand der Wunsch, durch die Modernisierung des Auftritts und die Ergänzung der Submarken um das neue Dachmarkenlogo auch die Motivation und Identifikation nach Innen zu stärken. Der neue Auftritt sollte es zudem ermöglichen, Sponsoren sowie Unterstützer in der Region Karlsruhe gezielter anzusprechen.

Stadt­jugend­ausschuss Karlsruhe e.V.

Entwicklung eines neuen Corporate Designs 

2012 bis 2014

Erarbeitung der Corporate Identity
Briefing-Entwicklung
Agenturauswahl
Begleitung des CD-Prozesses

Eine Arbeitsgruppe des stja wurde dafür von mir zunächst über die Ziele, Hintergründe und Voraussetzungen für eine CD-Entwicklung informiert. Anschließend erarbeitete das Team gemeinsam Positionierung, Ziele und Zielgruppen sowie einen konkreter Auftrag für das Agentur-Briefing. Eine Umfrage unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat zusätzlich erfragt, wie der gesamte Verband künftig in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will. Die daraus entstandenen Aussagen zu Selbstbild und Wertekanon wurden ins Briefing aufgenommen.

Anschließend habe ich die Arbeitsgruppe bei der Auswahl der Agentur beraten und den kompletten Design-Prozess bis zur Entwicklung eines neuen Design-Manuals begleitet.